Diskussion um Schalenwild

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Diskussion um Schalenwild


Man rettet den Wald ja nicht, indem man „O Tannenbaum“ singt ...

50 Jahre nach Horst Sterns „Bemerkungen über den Rothirsch“

Karl Heinrich Knörr 


Mit diesem Satz verabschiedet sich der Wissenschafts- und Umweltjournalist, Filmemacher, Schriftsteller und Gründer des Umweltmagazins NATUR an Heiligabend 1971 am Ende seines Fernsehbeitrags mit dem Titel „Bemerkungen über den Rothirsch“ von seinen Zuschauern.

Das Jahr 1971 – der deutsche Bundeskanzler Willy Brandt erhält den Friedens- Nobelpreis und eine Organisation, die ursprünglich durch Proteste gegen Atom-Tests auf der Arktis-Insel Amchitka von sich reden macht, führt gewaltfreie Aktionen für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen von Mensch und Tier durch und gründet damit Greenpeace. Es ist die Zeit, in welcher Horst Stern mit seiner Serie Sterns Stunde die Einschaltquoten im Fernsehen zum Explodieren bringt. Regelmäßig nach der Tagesschau tritt er mit gefurchter Stirn vor die Kamera und redet mit seiner Reibestimme der Nation unmissverständlich ins Gewissen, prangert mit aller Deutlichkeit all das an, was die Zeitgenossen den Pferden, Hühnern, Gämsen, Spinnen und Schmetterlingen zutiefst unmenschliches antun. Führt er vor, wie der Mensch das Schwein zur Sau macht.

An Heiligabend 1971 löst er mit seinen Bemerkungen über den Rothirsch einen journalistischen Tsunami aus. Die Tageszeitungen berichten, dass haufenweise Zuschauer Weinkrämpfe erlitten hätten und darüber, dass Jäger und wütende Jagdfunktionäre Amok laufen. Im Jahr zuvor war im Bayerischen Wald der erste Nationalpark Deutschlands gegründet worden. Die damals wohl bedeutendsten Naturschutzpioniere Prof. Dr. Bernhard Grzimek und Hubert Weinzierl sowie die beiden Forstwissenschaftler Dr. Hans Biebelriether und Dr. Georg Sperber von der Nationalparkleitung waren damals gerade dabei, dem neu gegründeten Nationalpark Geist und Gestalt zu geben. Aus der Begegnung mit den Geburtshelfern des Nationalparks ergab sich für den Umweltjournalisten Stern ein reger Gedankenaustausch. Sein Zugang zum Thema Rothirsch fand nicht zuletzt auch aus dieser Begegnung einen zutiefst realitätsbezogenen Hintergrund.

Aus der Begegnung mit den Geburtshelfern des Nationalparks ergab sich für den Umweltjournalisten Stern ein reger Gedankenaustausch. Sein Zugang zum Thema Rothirsch fand nicht zuletzt auch aus dieser Begegnung einen zutiefst realitätsbezogenen Hintergrund – hier 1971 in einem durch Schälschäden gänzlich zerstörten  Waldbestand.

(Foto © G. Sperber)


Keine Eia-popeja Stories, wie Stern manche Tierfilme seiner Zeit nennt

Sterns Fernsehpublikum war gewohnt, dass seine Filme über die Unterhaltung weit hinaus und der Beziehung der Menschen zu den Tieren auf den Grund gingen. Und dass Stern von den Beobachtungen, die er an das Publikum weitergab, stets selbst zutiefst berührt war.

 Stern war entsetzt über die Herabwürdigung des Rothirsches in die Rolle eines in übergroßer Zahl herangehegten, jagdlichen Lustobjekts und gleichermaßen darüber, dass man es zuließ, dass all das zu einem geradezu schicksalhaften „Waldsterben von unten“ geführt hat. Wohl gemerkt, ein Jahrzehnt bevor Das Waldsterben in Deutschland die Gemüter bewegte.

 Stets auf der Hut, sich nicht vor den Karren partikulärer Interessen spannen zu lassen, prüfte Stern bei den Recherchen zu dem Film auch hier zunächst äußerst kritisch die an ihn herangetragenen Argumente. Er berichtet davon, dass er in den vorangegangenen Wochen und Monaten viel unterwegs gewesen sei in den Wäldern des Bayerischen Waldes.

 

Sie hören richtig, verehrte Zuschauer

Stern geht gleich zu Beginn des Films zur Sache, mit der Feststellung, der Hirsch sei heutzutage aus Mangel an natürlichem Nahrungsangebot einerseits und aufgrund ungezügelter Vermehrung andererseits zum Waldzerstörer geworden. Deshalb sei es zurzeit nicht richtig, den Hirsch zu schonen. „Es ist richtig zurzeit – Sie hören richtig, verehrte Zuschauer es ist richtig, den Hirsch zu schießen“.

Der „menschliche Wolf“ in Form des Jägers habe nach Sterns Auffassung kläglich versagt, weil er, getrieben von einem pervertierten Geweihkult, in erster Linie nur am Erlegen männlicher Tiere mit mächtigen Geweihen interessiert ist und die Bejagung von weiblichen Hirschen bewusst vernachlässigt. Mit der Konsequenz, dass die Rotwildbestände bis auf das Zehnfache des der Landschaft zuträglichen Ausmaßes angewachsen seien.

„Der Wald steht stumm dabei und leidet“. So bringt es Horst Stern auf den Punkt oder noch lapidarer: „Zu viel Boom und zu wenig Bumm“.

 

Um die naturgegebene Räuber-Beute- Beziehung im Umfeld des Rothirschs zu verdeutlichen, zeigt Stern eine Filmsequenz aus noch naturnahen Gebieten in Osteuropa, wo das Rotwild bis heute der Begegnung mit Wölfen, dem Luchs und dem Bären ausgesetzt ist. Dabei sieht man, wie weibliche Jungtiere im Tiefschnee den Wölfen zu entkommen versuchen. Ein gehetztes Hirschkalb wird schließlich nach dem Naturgesetz von „fressen und gefressen werden“ zur Beute der wilden Meute. Zweifellos für Menschen, die sich um den weihnachtlichen Gabentisch versammelt haben, keine leichte Kost, aber dennoch unverzichtbar, um wahrhaftig über eine Wildtierart zu berichten.

„Der menschliche Wolf versagt. Er ernährt sich von Kalbfleisch und jagt den Hirsch als Knochenlieferanten für die Wand überm Sofa. Das Hirschgeweih als Aufhänger für Gamsbarthüte und schöne Erinnerungen.“


(Textpassage aus „Sterns Stunden… Bemerkungen  über den Rothirsch“, Knaur  Sachbuch 1989)

Foto © E. Emmert

Knochensucht und Knochenzucht

Mit schier nicht enden wollenden Bildfolgen mit prächtigsten Hirschgeweihen und Geweihträgern dreht es sich in dem Film immer wieder um dasselbe Thema: Die Sehnsucht zu vieler, meist gut betuchter, Jäger nach der Erlegung starker Hirsche, das Zuviel an Hirschen in unseren Wäldern und die unverantwortlichen Schäden, die diese Hirschzucht in unseren Wäldern anrichtet. Dazu Bilder, wie Jäger gegen die Würde des Wildtiers verstoßen, indem sie mit teils ganzjährigen Futtergaben und Medikamenten auf die Erzeugung kapitaler Geweihe abzielen und damit das Rotwild der Gefahr der Domestikation aussetzen.

Den Zuschauern wird aber auch vorgeführt, wie Hirsche die Rinde von Fichten abschälen, mit der Folge, dass die Bäume nach Jahren der Stammfäulnis zum Opfer fallen und dann flächenweise zusammenbrechen. Er hätte den Eindruck gehabt, als wären diese Wälder unter Artillerie-Beschuss geraten, erklärt er später in einem Fernseh-Interview.

Gezeigt wird auch, wie ideenreich viele Waldeigentümer sind und welche immensen Kosten sie notgedrungen auf sich nehmen müssen, um solche Schälschäden, aber auch Verbissschäden an den Jungbäumchen, durch vorbeugende Maßnahmen zu verhindern.

Stern führt aber ebenso vor, wie vielfältig und prächtig sich Wälder entwickeln können, wenn es gelingt, den Schadfaktor Schalenwild wirkungsvoll zu minimieren, wie dies beispielhaft im von Aretinschen Wald bei Haidenburg in der Nähe von Vilshofen dokumentiert wird.

Stets auf der Hut, sich nicht vor den Karren partikulärer Interessen spannen zu lassen, prüfte Stern bei den Recherchen zu dem Film auch hier zunächst äußerst kritisch die an ihn herangetragenen Argumente. Er berichtet davon, dass er in den vorangegangenen Wochen und Monaten viel unterwegs gewesen sei in den Wäldern des Bayerischen Waldes.

(Foto © G. Sperber)

Der Hirsch und die Sonntagsreden 

Stern filmt u.a. auch Szenen aus einer Trophäenschau in Zwiesel im Bayerischen Wald. Vor Wänden voller Hirschgeweihe, sowie mit Ansprachen voll von peinlichem Pathos, wird dort „das ehrliche Ringen zwischen Mensch und Tier im edlen Waidwerk“ gepriesen. Gnadenlos entlarvend die Szene, bei der ein grün uniformierter Jagdfunktionär in martialischer Pose eine Festrede hält und dabei bekennt, dass nur der edel gesinnte Waidmann die Geschöpfe der Natur am Wegesrand gebührend beachtet und dass nur er dazu auserlesen sei, dem edlen Wild gerecht zu werden.

Horst Stern, ein Meister der filmischen Darstellung, unterlegt diese höchst peinliche Rede mit Filmszenen, bei der zwei Jäger einem eben erlegten Hirsch mühevoll die Eingeweide aus dem Leib zerren und dem Tier anschließend mit einer Art Machete das Haupt vom Rumpf abschlagen. Schließlich posiert der Erleger mit entrücktem Blick neben dem Torso des geweihgekrönten Hirschhaupts fürs Fotoalbum.

Ein seinerzeit hochrangiger Jagdfunktionär erklärt anlässlich der Veranstaltung, dass der Vorwurf, die Jäger betrieben nur Trophäenkult, natürlich unzutreffend sei. Die bei der Trophäenschau präsentierten Geweihe dienten einzig dem Zweck, zu zeigen, dass die Jagd einen gesunden Wildbestand zum Ziel hat. Dabei gewinnt man den Eindruck, dass dem Herrn der Schock noch in den Knochen steckt. Mit empörter Miene berichtet der Jagdverbandschef von einer, tags zuvor im Münchner Merkur erschienen Forderung eines namhaften Vertreters der damals aufkommenden Ökologiebewegung. Dieser habe allen Ernstes gefordert, dass landesweit sieben von acht Hirschen dringend „erschossen“ werden müssten.

 

Nach bekanntem Muster: Wer Reformen anmahnt, wird zum Ketzer

Eine Festrede der besonderen Art präsentiert der Stern´sche Film dann mit dem Auftritt des damals stellvertretenden Nationalpark-Leiters, Oberforstmeister Dr. Georg Sperber, der damals für das Jagdwesen im Nationalpark zuständig war.

Neben seiner zutiefst erschütternden Bilanz über all die vielfältigen Schäden, welche vom Harz bis in die Alpen durch die maßlose Überhege des Rothirsches hervorgerufen werden und letztlich von den Bürgern und Steuerzahlern getragen werden müssen, prangert er zusätzlich die immensen ökologischen Nachteile an, die durch die Überhege des Rotwildes hervorgerufen werden. 

Besonders kommt er dabei darauf zu sprechen, dass inzwischen 30 000 ha Schutzwälder in den bayerischen Alpen ihre Schutzwirkung immer mehr eingebüßt hätten. Diese Wälder vergreisen, weil der Aufwuchs an Jungwald infolge des Verbisses durch Schalenwild nicht mehr stattfindet, so Sperber. Der Förster Sperber spricht in der „Wir“-Form und bekennt sich damit dazu, selbst Jäger zu sein. Er spricht von der notwendigen Einsicht „in unseren eigenen Reihen“. Er fordert die Verantwortlichen auf, den im Verbandsjargon häufig zitierten Leitspruch, „Jagd sei angewandter Naturschutz“ ernst zu nehmen. Dazu sei es unverzichtbar, die Überhege des Rotwildes zu Lasten der Wälder endgültig zu beenden.

Ein Sinneswandel von innen konnte in der damals besonders konservativ ausgerichteten Jägerschaft ebenso wenig gelingen wie heute. Inzwischen besteht ein gesamtgesellschaftlicher Konsens darüber, dass die Wälder mithilfe einer größeren Baumartenvielfalt gegen die Erderwärmung widerstandsfähiger gemacht werden müssen und überbesetzte Schalenwildbestände diesen Bestockungswandel gravierend behindern. 

Trotzdem fehlt es bei der etablierten Jägerschaft immer noch an der nötigen Einsicht, sich mit dem Waldbesitz solidarisch zu erklären. Und dies, obwohl immer deutlicher wird, dass immer mehr Jäger an der Basis die antiquierten Parolen über die traditionelle Schalenwildhege kaum noch ernst nehmen und ein zunehmendes Unbehagen empfinden wegen der schwindenden gesellschaftlichen Akzeptanz der Jagd.


Wald ohne Wild? – Die ewig alte Leier

In seinem Schluss-Resümee prangert Horst Stern das häufig geführte Jägerwort vom „Wald ohne Wild, ein toter Wald“ mit aller Entschiedenheit an. Diese gebetsmühlenartig vorgebrachte Metapher aus den Reihen der Jägerschaft verrät nach seinen Worten die erstaunliche Missachtung des überaus vielfältigen Lebens in der Waldlebensgemeinschaft und degradiert den Wald zur Kulisse der Jagd.

Nach Sterns Ansicht wäre ein Wald ohne Wild in der Tat ein armer Wald, den aber in Wirklichkeit niemand wolle. Niemand sei auch grundsätzlich gegen die Jagd. Doch wenn riesige Naturräume wie die Alpen oder der Bayerische Wald durch Wildansammlungen wie zu Zeiten der Feudalherrschaft an den Rand des Ruins gebracht würden, sei es an der Zeit, über die Privilegien einiger weniger auf Kosten der Allgemeinheit öffentlich zu reden.

Mit schier nicht enden wollenden Bildfolgen mit prächtigsten Hirschgeweihen und Geweihträgern dreht es sich in dem Film immer wieder um dasselbe Thema: Die Gier zu vieler, meist gut betuchter, Jäger nach der Erlegung starker  Hirsche, …


Foto © W. A. Bajohr

… das Zuviel an Hirschen in unseren Wäldern und die unverantwortlichen  Schäden, die diese Hirschzucht in unseren  Wäldern anrichtet.


Foto aus dem Jossgrund im Spessart  © S. Boschen

Noch heute werden in manchen Revieren waldverwüstende Rotwildherden herangehegt, nach Stern „herangemästet“ … 


Foto © R. Bernhardt 

… und unter exklusiven Verhältnissen in der  „heiligsten Zeit des Jahres“ die jagdliche Ernte  eingefahren.


Foto © D. v. Eichborn

Immer noch haben die meisten JägerInnen solche  Wunschbilder (oder Zerrbilder) im Kopf, wenn  das Stichwort Rotwild fällt, obwohl nach Stern „zu  seiner Erbeutung nicht mehr gehört als Geld, gute  Beziehungen, Sitzfleisch und ein ruhiger Zeigefinger“.


Foto © D. v. Eichborn

Stern wollte später nicht mehr ausschließen, dass es auch an der Natur ausgerichtete jagdliche Zielsetzungen gibt – war er doch 1988 Teilnehmer an der Gründungsversammlung des Ökologischen Jagdvereins in München.


(Foto © G. Meister)

Zweieinhalb Jahrzehnte nach Sterns Stunde

In der Fernsehreihe „Zeugen des Jahrhunderts“ mit dem Untertitel „Natur in die Köpfe“ fand im Jahr 1998 beim ZDF ein Interview mit Horst Stern statt, in dem seine Biographie und sein gesamtes journalistisches und literarisches Lebenswerk beleuchtet wurde. Sterns „Bemerkungen über den Rothirsch“ nimmt dabei einen außerordentlich breiten Raum ein.

Dabei wird offensichtlich, dass gerade dieser Film von all seinen Beiträgen die meiste gesellschaftliche Wirkung hervorgerufen hat.

Nach Sterns Rothirschfilm war die Jagd in Deutschland nicht mehr, wie sie vorher war. Mehrere Parlamente beschäftigten sich mit den Auswirkungen überhöhter Schalenwildbestände. Die Politik befasste sich mit der Notwendigkeit, die Abschüsse von Reh- und Rotwild deutlich anzuheben.

Der schlimmste Vorwurf, den die Jäger Horst Stern machten, bestand darin, er hätte die Rolle der Jagd vollkommen falsch dargestellt. Nach Sterns Auffassung war sie jedoch, so wie sie damals ausgeführt wurde, ein sportliches Hobby, Schießen auf bewegte Ziele, und sonst nichts. Stern wollte inzwischen nicht ausschließen, dass es heute unter den Jägern Bestrebungen gibt, mehr ökologisch zu wirken und nicht nach der Masse des Geweihs zu jagen, sondern nach Maßstäben, welche durch die Natur vorgegeben sind.

(Immerhin wurde zehn Jahre vor dem Interview, im Jahre 1988 in München der Ökologische Jagdverband gegründet, wobei Horst Stern an der Gründungsveranstaltung als interessierter Beobachter teilgenommen hatte).

 

Pressefreiheit – ein hohes Gut 

In seiner Nachlese zum Rothirschfilm kommt Horst Stern auch auf massive Angriffe der Jägerlobby auf seine Berufsausübung zu sprechen. Diese war in der Tat nicht unerheblich bedroht. Forstwissenschaftler der drei Universitäten von Freiburg, Göttingen und München wandten sich damals an den Intendanten, Prof. Bausch vom Süddeutschen Rundfunk und versicherten, dass Stern in seinem Film in der Tat uneingeschränkt die Wahrheit vertreten hätte. Die Forstwissenschaftler sicherten dem Intendanten damals ihre volle Rückendeckung zu. Stern in dem Fernsehinterview: „Ich konnte schließlich weitermachen“.

Gleichlautend war die Erklärung des damaligen Bayerischen Landwirtschaftsministers Dr. Hans Eisenmann, dass die in der Fernsehsendung über den Rothirsch getroffenen Aussagen von Horst Stern voll der Wahrheit entsprächen. Der bis heute hochangesehene, leider viel zu früh verstorbene Minister zog sich damit nicht gerade die Sympathien seines, wie jeder weiß, traditionell jagenden Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß ein.

 

„Der Wald ist mein Lebensthema geworden“ 

Mit diesem, anlässlich des Fernsehinterviews von 1998 abgegeben Bekenntnis, erklärt sich das beispiellose Engagement von Horst Stern für den Wald. Über das leidige Wildthema hinaus, hat Horst Stern viel dazu beigetragen, dass die ökologischen Aspekte der Wälder, insbesondere die dringende Abkehr von reinen Nadelwäldern hin zu artenreichen Mischwäldern in ein breites Publikum hinausgetragen wurden.

Dass Horst Stern nach seinem siebenjährigen Aufenthalt in Irland schließlich seinen Lebensabend in Passau, also in der Nähe (seines) Bayerischen Waldes verbracht hat, darf nicht verwundern. Seine Liebe zu den Wäldern des Nationalparks Bayerischer Wald wird auch ersichtlich aus seinem Wunsch, man möge nach seinem Tode seine Asche in diese Wälder verbringen.

 

Karl Heinrich Knörr, Walpertskirchen. 

Bevor der Autor Leiter des Bayer. Forstamts Bad Kissingen wurde, war er einige Jahre lang Stellvertretender Forstamtsleiter bei Dr. Georg Sperber am Steigerwald-Forstamt Ebrach.


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