Ökologischer Jagdverband e.V.
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Aktueller Artikel aus der ÖKOJAGD Ausgabe 1 - 2019

Das Reh

Eine Wildtierart wird zum Zuchtobjekt und schädigt seine Umwelt

Von Georg Meister

 

Zusammenfassung

 

Das Reh hat seit Urzeiten gelernt, sich als Einzelgänger zum Überleben optimal vor seinen Fressfeinden Luchs und Wolf im Dickicht zu verstecken. Seit 150Jahren wurde es zum Zuchtobjekt und wie ein Herdentier des Offenlandes behandelt. Seitdem finden die unnatürlich hohen Rehwildbestände zu wenig arttypische Nahrung. So gehen wichtige Waldpflanzenarten auch für viele Insektenwie die Bienen oder für Bodentiere wie den Regenwurm verloren. Unsere Generation bezahlt das durch den Verlustwichtiger Ökosystemleistungen. Kommende Generationen wird da noch viel härter treffen. In unseren Urwäldern war das Reh ein seltenes Tier, da es dort nur auf wenigen Prozent der Fläche geeignete Dickichte als Rehlebensraum gab. Ab dem 18.Jahrhundert wurden Wolf und Luchs ausgerottet. Die Rehe lernten, dass sie danach fast den gesamten Wald sowie auch die Felder der Bauern besiedeln konnten. Sie vermehrten sich rasch. Im Jahr 1848 wurde das feudale Jagdrecht abgeschafft und die Bauern durften auf ihrem Grund jagen. Dadurch wurde die Zahl der Rehe zumindest in Ortsnähe stark reduziert. Der Förster Carl Emil Diezel beschrieb das als „Leichenrede für das Rehwild“. Um 1870 erklärten Förster und wohlhabende Bürgerliche den Rehbock zum „Hirsch des kleinen Mannes“.

Kritische Stimme und Mahner

Horst Stern ist am 17. Januar 2019 im Alter von 96 Jahren in Niederbayern gestorben

Ein Nachruf von Wolfgang Kornder

 

Horst Stern war eine kritische Stimme, ein Mahner, einer, der die Finger in die Wunden legte. In seinen Beiträgen prangerte er die Massentierhaltung an, wandte sich gegen Tierversuche, kritisierte einen überzogenen Tourismus ,mahnte zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit der Natur. 1975 war er Mitbegründer des BUND, um dem Natur- und Umweltschutz eine starke Stimme zu geben. 1984 zog er sich ausdieser öffentlichen Arbeit zurück.

 

Für den ÖJV war Horst Stern der vielleichtwichtigste Wegbereiter. Nicht nur dass er bei der Gründung des ÖJV an seiner Wiege stand.

Wahrscheinlich viel wichtiger war seine „Sterns Stunde– Bemerkungen über den Rothirsch“ an Weihnachten 1971. Unvergessen seine damaligen Eingangsworte: „Sie hören richtig, meine Damen und Herren. Es ist nicht dringlich zurzeit, den Hirsch zu schonen. Es ist dringlich zurzeit, ihn zu schießen.“

 

Das war der Auftakt einer neuen, nicht nur jagdlichen Epoche.

Teilnehmer der Pressekonferenz anlässlich der Gründung des ÖJV Bayern, von li. Hubert Weinzierl, Sebastian von Rotenhan, Prof. Dr. Richard Plochmann, Eugen Syrer, Horst Stern, Prof. Dr. Wolfgang Schröder. (Foto © E. Syrer)

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