Ökologischer Jagdverband e.V.
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Der Wolf in der Hauptstadt!

von Eckhard Fuhr

Eckhard Fuhr ist Leiter des Arbeitskreises Wolf im ÖJV Brandenburg und ÖJV-Vertreter in der projektbegleitenden Arbeitsgruppe (PAG) der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW)

 

Leibhaftig wurde noch kein Wolf im Berliner Regierungsviertel gesehen. Trotzdem ist Canis lupus mit Beginn des Jahres endgültig im Zentrum der deutschen Politik angekommen.

 

Während Union und SPD über ein Wolfskapitel in ihrem Koalitionsvertrag verhandelten, debattierte der Bundestag am 2. Februar über Anträge der FDP und der AfD, in denen die Übernahme des Wolfs in das Jagdrecht und seine jagdliche „Regulierung“ gefordert wurden.

 

Grüne und Linke hatten Gegenanträge eingebracht, in denen sie dieses Ansinnen zurückwiesen und eine Verbesserung des Herdenschutzes und der wirtschaftlichen Lage der Schäfer fordern.

Artikel aus der ÖKOJAGD Ausgabe 4 - 2017

Verantwortung für einen zukunftsfähigen Wald.

3. Wald und Wildforum in Göttingen

Beim 3. Wald-Wild-Forum am 7. November 2017 im Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen wurden, wie auch in den ersten beiden Wald-Wild-Foren 2012 und 2014, sehr viele sensible Themen angesprochen.

 

Durch die Beharrlichkeit, sehr sach-bezogene Argumentation und lösungs-orientierte Ausrichtung ohne Suche nach Schuldigen ist es den veranstaltenden Institutionen der „Arbeitsgruppe Wald und Wild“ gelungen, den bundesweiten Dialog zu Wald und Wild zu provozieren.

 

Durch geeignete Beispiele muss weiterhin sensibilisiert werden, dass vielerorts Handlungsbedarf besteht. Handlungsbedarf beim Waldeigentum in seiner finanziellen und waldbaulichen Zielsetzung und Handlungsbedarf bei den Jägern als mitverantwortlichen Partnern für die Entwicklung von zukunftsfähigem Wald .

 

Darüber hinaus wurde dieses Mal mit „Jagd in der gesellschaftlichen Wahrnehmung“ ein neues brisantes Thema aufgegriffen. Das Töten von Tieren wird, auch aufgrund einseitiger Information, von der Gesellschaft zunehmend kritisch begleitet.  Erste Ansätze einer neuen Kommunikations-strategie „Jagd“ werden sicherlich eine angeregte Diskussion auslösen.

Durch den Klimawandel ist der Umbau des Waldes in klimastabilere Mischwälder noch dringlicher geworden.

 

Im Folgenden die Thesen und Kurzfassungen der Vorträge.

 

Der Luchs rottet die Rehe aus - Mythen ums Rehwild

Bruno Hespeler

Bildtitel: Fakt ist, dass in der Regel die Beute den Räuber reguliert und nicht umgekehrt. Bildauswahl ÖKOJAGD (Archivfotos © R. Bernhardt)

I

Luchse fressen, was sie mit möglichst geringem Aufwand erbeuten können. Bei uns sind das heute die Rehe. Allein, verglichen mit dem Fallwild, das bei uns auf Straßen oder Feldern anfällt, sind seine Entnahmezahlen allerdings gering. Es ist, wie es ist: Wo immer der Luchs auftaucht, sehen die Jäger keine Rehe mehr. Erstaunlich, wie schnell die Rehe verlustig gehen – oft über Nacht!

 

Gestern war die Welt noch in Ordnung, doch dann wurde ein Luchs gesehen (oder auch nicht), vielleicht wurde einer zum Verkehrsopfer, lief in eine Fotofalle oder einem bewaffneten Naturschützer in die Schrote, und schon fiel es manchen Jägern wie Schuppen von den Augen: Genau – man sieht ohnehin kaum noch Rehe!

 

Wurde ein Luchs tatsächlich irgendwo oder auch nur eventuell gesehen, steigt die Zahl der Begegnungen und „Nachweise“ sprunghaft. Es ist wirklich so, da werden aus mittelgroßen Hunden ebenso totsichere Luchse wie aus kapitalen, halbwegs wildfarbenen Hauskatzen.

 

Gut – jene, die sich offen damit brüsten, den ersten, der ihnen über den Weg läuft, umzulegen, sind seltener oder zumindest stiller geworden. Aber eines ist geblieben – die ganz tief in der Jägerseele eingebrannte Überzeugung, der Luchs rotte unsere Rehe aus! Aber auch das dürfen wir feststellen – die Zahl jener Jäger, die im Luchs ein interessantes und unsere Reviere bereicherndes Tier sehen, das ganz maßgeblich dazu beigetragen hat, dass es heute jene Wildart gibt,  die wir Reh nennen, steigt!

 

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