Ökologischer Jagdverband e.V.
Ökologischer Jagdverband e.V.

Regulation von Rehwildbeständen

Vortrag auf der Bundesdelegierten-Tagung der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW) 2019 in Baden-Baden

von Bruno Hespeler

 

Meine sehr geehrten Damen und Herrn, hätte ich sie jetzt mit sehr geehrte Rehwildproduzenten begrüßt, hätten sie das sicher als Affront verstanden. Dabei hätte ich den Nagel auf den Kopf getroffen.

Lassen sie mich etwas ausholen:

Für die „Natur“ gibt es weder tragbare noch untragbare Rehwildbestände. Rehe sind – wie Käfer, Wolf, Sturm und Mensch – nur Gewichte auf einer bald nach rechts, bald nach links ausschlagenden Waage. Natur arbeitet mit einem Perpetuum mobile, nicht mit starrer Balance!

So lange wir keine wirtschaftlichen Erwartungen an den Wald stellen, dreht sich die Welt mit oder ohne Rehe. Bilder, die wir dann Chaos nennen, nennt die Natur schlicht Sukzession.

Hermann Ellenberg hat vor fast einem halben Jahrhundert postuliert: Rehwild diktiert den Waldbau! Es war der erste Teil einer absoluten Wahrheit. 

Lassen sie mich den zweiten Teil nachschieben: Forstwirtschaft und Landschaftsstruktur bestimmen die Rehwilddichte! ...

 

Jagd in der Corona-Krise

Schreiben an Frau Ministerin Julia Klöckner

Sehr geehrte Frau Ministerin Klöckner,

 

der Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Corona-Virus macht drastische Einschränkungen der individuellen Bewegungsfreiheit unausweichlich. Gleichzeitig muss aber alles dafür getan werden, die Versorgung der Bevölkerung mit lebensnotwendigen Gütern und Dienstleistungen sicher zu stellen.

 

Von besonderer Bedeutung ist dabei die land- und forstwirtschaftliche Urproduktion. Aussaat und Ernte, Pflege und Umbau der Wälder für mehr Klimastabilität, Tierseuchen-prävention – dass alles muss auch in der Corona-Krise funktionieren.

 

Der Ökologische Jagdverband (ÖJV) betrachtet die Jagd als einen integralen Bestandteil der Land- und Forstwirtschaft. Insbesondere jetzt im Frühjahr ist Jagd nötig, um Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen vor allem durch Wildschweine zu minimieren. Dazu kommt, dass die Schwarzwildbestände wegen des unmittelbar drohenden Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest drastisch ausgedünnt werden müssen. Bei dieser Anstrengung darf es kein Nachlassen geben.

 

Aber auch die Wälder brauchen gerade jetzt die Jagd. Im Frühjahr kann besonders effektiv in die Bestände des wiederkäuenden Schalenwildes - Rehwild, Rotwild, Damwild - eingegriffen werden. Es wäre waldbaulich verheerend, wenn dafür das Zeitfenster von Mitte April bis Ende Mai nicht genutzt werden könnte. Diese Frühjahrsjagd findet nicht als Gesellschaftsjagd, sondern als Einzelansitz und Pirsch statt.

 

Es muss sichergestellt bleiben, dass Jäger auch weiterhin ihrer Aufgabe nachkommen können. Sie müssen von möglichen Ausgangssperren ebenso ausgenommen bleiben wie Landwirte bei der Bestellung ihrer Felder und Förster bei der Pflege des Waldes.

 

Der Ökologische Jagdverband bittet Sie, Frau Ministerin, um ein deutliches öffentliches Signal, dass es bei der Aufrechterhaltung einer gesetzlich geforderten Jagd nicht um die Privilegierung eines „Hobbys“ in Krisenzeiten geht. Auch wenn verschärfte Ausgangssperren nötig werden sollten, müsste eine ordnungsgemäße Jagdausübung gewährleistet bleiben.

 

Mit freundlichen Grüßen

Elisabeth Emmert
Mathias Graf v. Schwerin

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