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Traunstein: Neuer Wald auf armen Böden

aus Trostberger Tagblatt

Traunstein. Die Arbeitsgruppe für Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW) hat sich bei ihrer Herbstexkursion über den Zustand der ehemals als Steckerleswald verspotteten Kiefernwälder um Fürth und Nürnberg und die Erfolge des Waldbaus mit der Büchse informiert. Für Traunsteiner Verhältnisse nährstoffarm, sauer und überwiegend trocken sind die Böden, auf denen die lichten Kiefernbestände des Fürther Stadtwaldes und des Nürnberger Reichswaldes wachsen. Zusätzlich zu den natürlichen Faktoren spielte der Mensch durch massive Übernutzung von Wald und Waldboden bei der Entstehung dieser ungünstigen Wuchsbedingungen eine entscheidende Rolle.
Neben der lange üblichen Verwendung des Waldbodens als Einstreu und einer intensiven Holznutzung war es im Fürther Raum auch die Anlage zahlreicher Steinbrüche, die dem Wald arg zusetzte. Als Folge verwandelten sich die von der Eiche und anderen Laubbäumen dominierten Wälder in großflächige Monokulturen mit einem Kiefernanteil von über 80 Prozent.
Der Fürther Stadtwaldförster Straußberger und sein Kollege Sauerhammer vom Revier Brunau des Betriebes Allers-
Konsequenter Umbau
berg der Bayerischen Staatsforsten vollziehen konsequent den Umbau der ertragsschwachen und von Schädlingsbefall bedrohten Kiefernbestände in Wälder mit einem hohen Eichen- und Buchenanteil.
Nach dem Vorbild von Buchenpflanzungen, ie bereits vor über 60 Jahren unter dem Schutz älterer Kiefern im Fürther Stadtwald begründet wurden, ging man im Reichswald nach mehrmaligem katastrophalem Schädlingsbefall gegen Ende der 80er Jahre dazu über, durch Pflanzung, Saat und Naturverjüngung einen Umbau der Wälder auf 2000 Hektar Fläche einzuleiten.
Dr. Kornder, Vorsitzender des Ökologischen Jagdvereins, in dessen Jagdrevier Erfolge dieser Arbeit zu sehen sind, betonte im Einklang mit den Förstern die Wichtigkeit eines Waldbaus mit der Büchse, da der Versuch eines Waldumbaus ohne angepasste Wildbestände zum Scheitern verurteilt ist.
Seiner Meinung nach sind neben der von den Waldbesitzern eingeforderten Übernahme von Verantwortung in der jagdlichen Diskussion die Fachbehörden von maßgeblicher Bedeutung. "Die Jagdbehörde sollte dort sitzen, wo die Fachkräfte für den Wald und die Jagd zu finden sind, nämlich an den Ämtern für Landwirtschaft und Forsten." Dass eine stärkere Integration des Themas Jagd in die land- und forstwirtschaftliche Ausbildung nicht zuletzt an der Befürchtung des Bauernverbandes scheiterte, weil so ein Vorhaben zu einer Überlastung der Auszubildenden führe, bedauerte nicht nur Kornder. Wie den Exkursionsteilnehmern anhand Erfolgen im zaunfreien, aber reichlich mit Laubholz, Fichte und Kiefer verjüngten Wald im Jagdrevier des ÖJV-Vorsitzenden demonstriert wurde, sei ein verstärkter Abschuss der einzig ökologisch und ökonomisch sinnvolle Weg hin zu notwendigen Mischbeständen und führe keineswegs zur Ausrottung des Rehwildes.
Inwieweit die Erfahrungen der fränkischen Förster und Kornders auf Traunsteiner Verhältnisse übertragbar sind, wird beim Waldbegang im Eiglwald erkundet. Treffpunkt ist am Freitag, 23. November, um 12.30 auf dem Parkplatz beim "Wirt z'Engelsberg". Informationen geben Hans Praxenthaler, Tel. 08684/637, und das Forstrevier Trostberg, Tel. 08621/63373.

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PRESSEDIENST NABU und ÖJV BaWü
NABU und ÖJV fordern tief greifende Änderungen bei der Rehjagd


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