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Hubertustag am 3. November markiert Beginn der Jagdsaison - Die Jäger lösen die Probleme nicht, die sie selbst verursachen

Wildschweine ohne Ende - Dramatische Waldschäden durch Reh und Hirsch- Eigennutz vor gesellschaftlichen Aufgaben - - ÖJV fordert „Jagdwende" -

Am 3. November ist es wieder so weit: Landauf, landab wird die Hauptjagdsaison mit dem Hubertustag eingeläutet - alljährlich ein Anlass für die Jägerschaft, auf ihre Leistungen und Verdienste hinzuweisen.
Der mächtigen Lobby zum Trotz: Die gegenwärtigen jagdlichen Zustände sind alles andere als beruhigend.
Für den Ökologischen Jagdverein ist Jagd zum einen eine sinnvolle Naturnutzung, sofern sie tierschutzgerecht und nachhaltig Wildbestände nutzt (z.B. Enten oder Hasen), zum anderen aber beim „Schalenwild" (Rehe, Rot- und Damwild, Wildschweine, Mufflons) in unserer Kulturlandschaft ein aus Sicht der Forst- und Landwirtschaft sowie des Naturschutzes unverzichtbares Regulativ. Entsprechend müssen bei der Jagd die Belange der Natur und des landnutzenden Menschen im Vordergrund stehen, keine jagdlichen Egoismen.
Dies ist jedoch allzu oft der Fall, weswegen die Gesellschaft mit einer Vielzahl von Problemen mit der Jagd konfrontiert ist. Eine Auswahl:

    Rehe, Rot- und Damwild in unnatürlich hohen Dichten behindern eine natürliche Verjüngung des Waldes durch den so genannten „Verbiss" junger Bäume. Waldverjüngung findet bis auf Ausnahmen nur hinter teuren Zäunen statt. Neben dem Ökosystem Wald sind die Waldbesitzer die Leidtragenden: Durch den Unwillen der Jäger, die massiv überhöhten Wildbestände endlich wirksam zu reduzieren, werden den Waldbauern Kosten aufgebürdet, die eine ökonomisch erfolgreiche naturnahe Waldbewirtschaftung von vorneherein zum Scheitern verurteilen.
    Die Explosion der Wildschweinbestände hält unvermindert an - neben Maisanbau und Eichelmasten tragen auch die Jäger ihren Anteil daran: Anlockfuttergaben („Kirrungen") arten zu Fütterungen aus, die weiteren Zuwachs produzieren. Ob der jüngst verabschiedete landesweite „Aktionsplan Schwarzwild" das Papier wert ist, auf dem er steht, muss sich zeigen: Appelle hat es genug gegeben, und bisher hat nichts geholfen: Die Jagd im eigenen kleinen Revier mit hohen Wildschweinbeständen haben die Jäger bisher immer höher bewertet als ihre gesellschaftliche Verantwortung.
    Vögel, insbesondere Enten und Gänse, haben unter der nicht tierschutzgerechten Bejagung mit Schrotschüssen zu leiden. Neben der Tatsache, dass regelmäßig geschützte Arten als „Kollateralschäden" auf der Strecke liegen, hat bis zu einem Drittel der lebenden Tiere Schrote im Körper, die aus Schüssen auf zu weite Entfernung oder in Vogelschwärme hinein resultieren. Die Jäger sind offensichtlich vom Können her nicht in der Lage, diese Jagd tier- und naturschutzgerecht auszuüben.

Die Liste ließe sich nahezu beliebig fortsetzen. Der Ökologische Jagdverein fordert dringend eine Prioritätensetzung und Bekenntnis der Politik zu einer ökologisch und volkswirtschaftlich tragbaren Jagd durch die Schaffung der entsprechenden Regelungen in Gesetzen und Verordnungen. Leider spricht die Politik des Landes Mecklenburg-Vorpommern hier traditionell eine andere Sprache, indem sie die Belange der konservativen Jägerlobby stützt.

Die Gesellschaft muss sich dieser drängenden Fragen annehmen, Nebenkriegsschauplätze wie die Frage, ob nun mit 14 oder 15 Jahren die Jägerausbildung begonnen werden kann, wie jüngst diskutiert, helfen da nicht weiter und lenken nur ab.

Dr. Karl-Günter Guiard
1. Vorsitzender
Anfragen an die Geschäftsstelle: 03991-179319

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