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Ökologischer Jagdverein Bayern ehrt Jagdgenossenschaft Kay

Wegen vorbildlicher Jagd zur Förderung der natürlichen Verjüngung des Waldes und naturnaher, stabiler Waldstrukturen für eine ungewisse Zukunft, für die Pflege eines artenreichen gesunden Wildbestandes, für den vorbildlichen Einsatz einheimischer Jäger und für Verdienste um mehr Sicherheit im Straßenverkehr ehrte der Ökologische Jagdverein Regionalgruppe Südostoberbayern die Jagdgenossenschaft Kay.

Thiele liest dem Jagdvorstand Ehrenurkunde vor

Dr. Klaus Thiele liest dem Jagdvorstand Johann Poller den Text der Ehrenurkunde vor

Das Experiment Kay begann vor etwa 20 Jahren, als die Orkane Vivian und Wibke große Lücken in die Wälder Südostoberbayerns rissen. Damals mussten viele Zäune gebaut werden und siehe da, hinter Zaun, ohne Verbiss durch Rehe, entwickelte sich ohne Pflanzung oder künstliche Saat eine üppige natürliche Verjüngung der heimischen Baumarten. Die damaligen Jagdpächter in Kay wurden zur Rede gestellt, waren aber nicht gewillt, den Abschuss entsprechend den Notwendigkeiten im Wald zu erhöhen. Daraufhin beschloss die Versammlung der Jagdgenossen 1993 mit dreiviertel der Stimmen und der Jagdflächen die Jagd nicht mehr zu verpachten, sondern sie in eigener Bewirtschaftung weiter zu betreiben.

Die Jagdleitung übernahm der Jagdvorstand der Jagdgenossenschaft, zwei angestellte Jäger wurden mit der Organisation betreut und alle einheimischen Jäger bekommen seitdem auf Antrag eine kostenlose Jagdgelegenheit. Waldbauern werden bevorzugt.
In der Folge wurden die Abschüsse deutlich erhöht, die Fütterung außerhalb der Notzeit eingestellt sowie Bewegungsjagden und Gemeinschaftsansitze eingeführt. Der Abschuss stieg von etwa sieben Rehen je 100 ha und Jahr vorrübergehend auf dreiundzwanzig, dann sank er 1996/97 auf etwa neun je 100 ha und schöpft heute den Nachwuchs des stark reduzierten Wildbestandes ab mit etwa sieben Stück je 100 ha.

Nach dieser Reduktion stiegen die Durchschnittsgewichte erlegter Rehe um 2,7 kg, das sind 24 %. Der Leittriebverbiss an der Tanne sank laut staatlichem Vegetationsgutachten von 38 % im Jahre 1991 auf 2,2 % im Jahr 2009. Flächige Naturverjüngung aus Tanne, Fichte, Edellaubbäumen und Eiche außerhalb von Zäunen bildet heute die Unterschicht des Waldes. 1993/94 wurden noch jährlich etwa 15 Rehe je Jahr im Wald gefunden die durch Krankheiten verendet waren, heute sind es nur noch zwei. 1993/94 gab es noch etwa 20 Verkehrsunfälle mit Rehen im Jahr, heute keine mehr. Nicht zuletzt finden jedes Jahr zwanzig einheimische Jäger kostenlose, liberale Jagdmöglichkeiten in Kay.
Besonders verdient um diese einmaligen Erfolge haben sich gemacht Herr Johann Brams, Jagdvorstand in Kay 1993, Herr Johann Poller, sein Nachfolger, Sepp König, der mit einer Diplomarbeit die ersten Jahre der Eigenbewirtschaftung begleitete und FD a.D Wilfried Gramm, der frühere Leiter des ehemaligen Forstamtes Traunstein.

In seiner Laudatio betonte Dr. Klaus Thiele, der erste Vorsitzende des Ökologischen Jagdvereins, Regionalgruppe Südostoberbayern, die Vorbildwirkung, die von Kay ausgeht. Den Waldbauern wird Mut gemacht die Zukunft ihres Waldes selbst zu bestimmen. In nur wenigen Jahren kann aus eintönigen Fichtenpflanzungen reichhaltige zukunftsfähige Naturverjüngung werden. Das Beispiel Kay ist heute in ganz Bayern bekannt und berühmt. Funk, Fernsehen und Druckpresse haben berichtet, viele Politiker waren zu Besuch.

Als Geschenk anlässlich der Ehrung spendierte der Ökologische Jagdverein dem Jagdvorstand der Kayer eine Reise in den Nationalpark Bayerischer Wald, den Eintritt in den längsten Baumwipfelpfad der Welt in Neuschönau, 500 € aus einer zweckgebundenen Spende und Tafeln mit der Entwicklung der Waldverjüngung seit 1991

FDaD Wilfried Gramm, Johann Prams, Johann Poller, Dr. Klaus Thiele bei der Ehrung 
                    der Jagdgenossenschaft Kay.
FDaD Wilfried Gramm, Johann Prams, Johann Poller, Dr. Klaus Thiele bei der Ehrung der Jagdgenossenschaft Kay.
FDaD Wilfried Gramm, Johann Prams, Johann Poller, Dr. Klaus Thiele bei der Ehrung 
                    der Jagdgenossenschaft Kay.
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