ÖJV
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Prof. Rainer Wagelaar

WagelaarPersönliches
Rainer Wagelaar
Professor an der Fachhochschule Rottenburg,
Hochschule für Forstwirtschaft
www.fh-rottenburg.de
Leiter des Steinbeis-Transferzentrums
Ressourcenmanagement und Geo-Information
www.stz-rottenburg.de
EMail: rainer.wagelaar@t-online.de

Rückblick
Liebe ÖJV- Mitglieder,
veehrte Gäste und Interessierte am ÖJV-Baden-Württemberg
anlässlich der Hauptversammlung am 22. März 2003 hat sich der Vorstand des Ökologischen Jagdvereins Baden-Württemberg neu formiert, da der bisherige Vorstand nicht mehr zur Wahl stand .
Es gibt den ÖJV-BW nun bereits seit 8 Jahren. Eine lange Zeit, in der Einiges erreicht wurde und um Vieles gestritten werden musste. Dennoch sind uns Umstände und Anlass der Gründung, sowie die strittige Diskussion um Sinn und Notwendigkeit eines zweiten Jagdvereins noch gut in Erinnerung.
8 Jahre sind auf jeden Fall ein geeigneter Zeitpunkt, um kurz inne zu halten und auf die geleistete Arbeit zurück zu blicken und dem gesamten Vorstand und allen im ÖJV Aktiven, insbesondere aber dem 1. Vorsitzenden, Herrn Kächele, aufs herzlichste zu Danken.
Zu den wichtigsten Leistungen des ÖJV gehört, dass . . .

    wir uns zu einem kleinen, aber feinen Verein entwickelt haben, der in einem uns nicht von vorne herein freundlich gesonnenem Umfeld ernst genommen und zunehmend gehört wird
    es gelungen ist durch Aufklärung, Öffentlichkeitsarbeit und Überzeugungsarbeit an praktischen Beispielen das Modell der jagdlichen Eigenbewirtschaftung bekannt zu machen. Erstmals erleben Waldbesitzer und sonstige Grundeigentümer, dass Jäger sich für ihre Interessen stark machen. Denn nur Jagd im Einvernehmen mit Grund- und Waldbesitzern hat auf Dauer eine gesellschaftliche Berechtigung. Leider sieht die Praxis in verpachteten Jagdbezirken großflächig noch ganz anders aus!
    klare ÖJV-Positionen zu zahlreichen aktuellen und wichtigen jagdlichen Themen erarbeitet und dokumentiert wurden
    es gelungen ist, die schwierige Gratwanderung in der Allianz und Kooperation mit den Natur- und Tierschutzverbänden (als Jäger!) erfolgreich zu gehen. Durch Kompetenz, aber auch Kompromissfähigkeit in Punkten, in denen teilweise überholte jagdliche Positionen an die Anforderungen einer modernen Gesellschaft angepasst werden müssen, wird der ÖJV in der Diskussion mit dem Naturschutz nicht als Gegner, sondern als fachkompetenter Partner wahrgenommen
Für diese - hier ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit zusammengefassten Leistungen hat der bisherige Vorstand und alle diejenigen, die in Arbeitsgruppen und sonstwie aktiv mitgewirkt haben, großen Dank und Anerkennung verdient!
Ausblick
Ich persönlich denke, dass es sich lohnt und notwendig ist, den so erfolgreich eingeschlagenen Weg weiter zu gehen und sich für die Ziele einer anderen Jagd, als wir sie vielfach haben, einzusetzen. Hier gibt es noch viel zu tun! Wie notwendig auch heute noch - oder erst recht heute! - eine Alternative zur konventionellen jagdlichen Interessenvertretung ist, hat z. B. die BSE-Krise und die Diskussion um Wildfütterungen und deren Mißbrauch doch wohl deutlich gezeigt. Schon immer hat sich der ÖJV gegen Wildfütterungen ausgesprochen. Wären ÖJV- Positionen von traditionellen Jagdlobbyisten nicht überfahren worden, wäre die Jagd als naturnächste Form der Ressourcenbewirtschaftung gut da gestanden. Auch in der aktuellen Diskussion um die Entwicklung der Schwarzwildbestände müssten sich die Jäger nicht den Vorwurf der teilweisen Selbstverschuldung gefallen lassen, wenn sie die Finger vom Futtereimer gelassen hätten!
In großen Teilen des Landes leben wir jagdlich in der "nach Lothar Ära". Derzeit bieten riesige Flächen im Stadium des Pionierwaldes optimale Lebensbedingungen für zahlreiche Wildarten, insbesondere Reh- und Schwarzwild. Während in den letzten beiden Jahren die Bejagung dieser Flächen einfach war, stehen hier künftig ganz neue Aufgaben und Anforderungen bevor. Die Jagd und jeder einzelne Jäger muss sich fragen lassen, wie er seinen Beitrag am Aufbau artenreicher Wälder leistet. Dies ist eine enorme gesellschaftliche Aufgabe. Zahlreiche, durch eine konservative Jagdpolitik verantwortete Restriktionen, stehen dieser Aufgabe kontraproduktiv gegenüber.
Für jeden Jäger, dem die Freude am Wald und den ökologischen Zusammenhängen in der Natur wichtiger ist, als die Brettchen an der Wand und wildbiologisch nicht zu rechtfertigende Traditionen, müsste es doch eine Freude sein, sich mit dem ÖJV für eine Jagdwende zu engagieren.
Aus dieser Überzeugung habe ich am 22. März 2003 für die Wahl zum ersten Vorsitzenden des ÖJV Baden-Württemberg kandidiert. Ich danke allen, die mich gewählt haben, für das große Vertrauen das mir entgegen gebracht wurde.
Mit dem gesamten neuen Vorstand, aber auch mit allen Mitgliedern und am ÖJV interessierten Personen, hoffe ich auf enge und gute Zusammenarbeit!
Ihr
Rainer Wagelaar


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