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Woidke protestiert gegen Abschuss eines streng geschützten Schreiadlers aus Brandenburg

Brandenburg Birzebugga - Maltesische Vogeljäger haben am Abend des 23. September (Sonntag) in der Nähe von Birzebbuga im südöstlichen Malta einen brandenburgischen Schreiadler geschossen. Das Landesumweltamt Brandenburg hatte das junge Männchen zusammen mit neun weiteren Jungadlern gerade erst im Juli dieses Jahres im Landkreis Oberhavel ausgewildert. „Nur mit einem europäischen Schutzgebietsnetz und damit länderübergreifenden Artenschutz können wir den Schwund an Arten und Biotopen stoppen", kommentiert Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Dietmar Woidke (SPD) den aktuellen Vorfall.
Der Vogel überlebte den Abschuss. Die maltesische Umweltpolizei A.L.E. brachte den Jungadler in eine Pflegestation des Tierschutzvereins International Animal Rescue (IAR). Das umgehend informierte „Komitee gegen den Vogelmord" in Bonn bat das Landesumweltamt, die Ringnummer des Tieres zu identifizieren. Der im Rahmen des Artenschutzprogramms „Adler" erfolgreich ausgewilderte Vogel nutzte auf seinem Zug in das afrikanische Winterquartier wie Tausende andere Zugvögel Malta als Zwischenstation vor der 300 Kilometer langen Überquerung des Mittelmeeres.

Auf Malta sind gerade die Camps des Komitees gegen den Vogelmord zu Ende gegangen. Die 22 Mitglieder der Vogelschutzorganisation Bird Life Malta sowie 53 internationale Teilnehmer zählen dort die Zugvögel, die Malta als Zwischenstation nutzen. Sie wollen durch ihre Präsenz illegale Jäger vom Abschuss von Greifvögeln abhalten. Sie dokumentierten zahlreiche illegale Abschüsse und weit verbreitete illegale Jagdmethoden wie elektronische Lockvogelanlagen. Ein Amateurvideo zeichnete den Abschuss eines Zwergadlers an den Dwejra Lines am 21. Juli dieses Jahres auf.

„Die unkontrollierte Vogeljagd auf Malta konterkariert unsere staatlichen Artenschutzbemühungen", bedauert Woidke. Zwar ist der Singvogelfang in Malta legal. Das Abschießen von Greifvögeln ist aber auch nach maltesischem Recht verboten und mit den Zielen der europäischen Vogelschutzrichtlinie nicht vereinbar.

Der Schreiadeler ist neben See- und Fischadlern die in Brandenburg seltenste Adlerart. Hier leben rund 20 Brutpaare. Deutschlandweit sind es nur noch 100 Paare - Tendenz abnehmend. Der Schreiadler ist ein heimlicher Vogel und brütet sehr zurückgezogen. Für seinen Zug ins Winterquartier nutzt er zumeist die Strecke über den Bosporus entlang des ostafrikanischen Grabens nach Südafrika, nimmt aber auch abweichende Routen wie über Malta und das Mittelmeer.
(2007)


Schreiadler auf Malta abgeschossen

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