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Deutscher Tierschutzbund fordert Ende des massenhaften Kormoranabschusses in Niedersachsen
Die Landesregierung Niedersachsen beabsichtigt, die seit 2003 bestehende Kormoranverordnung in unveränderter Form um weitere 5 Jahre zu verlängern. Der Deutsche Tierschutzbund hat die Landesregierung in seiner aktuellen Stellungnahme aufgefordert, die Verordnung in dieser Form nicht fortzuführen. Der sinnlose Abschuss der Vögel müsse unverzüglich gestoppt werden, so die Tierschützer. Seit 2003 wurden in Niedersachsen schätzungsweise 5.300 Kormorane getötet. Eine von der Landesregierung in Auftrag gegebene Effizienzkontrolle bestätigt die Einschätzung des Deutschen Tierschutzbundes, dass die Verordnung ihre Ziele nicht erreicht hat.
Bis Ende Oktober muss das Niedersächsische Umweltministerium über eine Verlängerung der Kormoranverordnung des Landes entscheiden, die 2003 „zur Abwendung erheblicher fischereiwirtschaftlicher Schäden und zum Schutz der heimischen Tierwelt" erlassen worden war.
„Ein´Weiter so wie bisher´ darf es nicht geben. Aus Sicht des Tierschutzes ist die Fortführung der weitgehend unkoordinierten Jagd sofort einzustellen. Kormorane werden völlig sinnlos abgeschossen und müssen gleichsam als ´Sündenbock´ einer einseitig ausgerichteten Fischerei- und Angelsportpolitik herhalten" so Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.
Dem Deutschen Tierschutzbund liegen zwei Gutachten vor, die im Auftrag der Landesregierung die Effizienz und Praxistauglichkeit der Verordnung geprüft haben. Die Gutachten der Staatliche Vogelschutzwarte (ornithologischer Teil) und die des Fischereiwissenschaftlichen Untersuchungsdienstes (fischereibiologischer Teil) legen nahe, dass die „Abschuss-Verordnung" ihre Ziele nicht erreicht hat. Weder konnten die fischereiwirtschaftlichen Schäden gesenkt werden, noch konnten sich die Bestände bedrohter heimischer Fischarten erholen. Die erheblichen Abschüsse hatten demnach auch keine Auswirkungen auf die lokalen und landesweiten Kormoran- Brutbestände.
Statt des Abschusses schlägt der Deutsche Tierschutzbund vor, die Lebensräume bedrohter Fischarten zu verbessern und Fischzuchtanlagen mit passiven Abwehrmaßnahmen zu schützen. Diese Maßnahmen werden auch von REDCAFE, einer Initiative europäischer Wissenschaftler innerhalb des 5. EU-Rahmenprogramms, als langfristig wirksamer betrachtet.
„Es wird Zeit, dass wir tierschutzgerechte Maßnahmen erarbeiten. Dazu gehört auch, dass die Kormorane als natürlicher Bestandteil der Gewässerökologie angesehen werden. Die Akzeptanz und die Bereitschaft, mit Kormoranen zu leben, fehlen offensichtlich bei verschiedenen Interessengruppen in Deutschland", so Apel.
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